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24.11.2009 10:06 Uhr

Leichen pflastern ihren Weg: Angelika Griese jagt in der „Freiwildzone“

Diese Frau gibt sich gefährlich: Ihren Namen präsentiert Angelika Griese in bluttriefenden Buchstaben. Das Intro ihrer Homepage wird von der zentralen Melodie aus „Spiel mir das Lied vom Tod" untermalt und ihre Schreiben enden mit mörderischen Grüßen. Das kann auch kaum anders sein, denn Leichen pflastern ihren Weg. So könnte man es in Erinnerung eines herausragenden Western mit dem legendären Klaus Kinski in einer zentralen Rolle ausdrücken. Die aus Bremen stammende Angelika Griese ist jedoch seit knapp anderthalb Jahrzehnten Krimiautorin und die „Mutter" auch von Hauptkommissarin Mona Butenschön, der ganz gewöhnlichen und so lebensnahen Heldin von Grieses neuem Roman „Freiwildzone".

Selbstverständlich gibt es auch hier ganz zu Beginn bereits einen Mord. Die Leiche einer nackten jungen Frau wird in einem Müllsack entdeckt und anschließend ergeben sich noch ganz andere Einblicke in die Themen Ausweglosigkeit und Zwangsprostitution sowie die Verstrickung der besseren Kreise in all das. Angelika Griese kennt sich aus in diesen Gemengelagen. Bevor sie erfolgreich ihr Schreibtalent entdeckte, arbeitete sie unter anderem als Betriebswirtin in der Jugend-, Wohnungslosen- und Altenhilfe.

In ihren Krimis geht es jedoch nicht vorrangig um Gesellschaftskritik. Obwohl sie dort gern immer wieder gewisse Spitzen setzt und mit großem Vergnügen sowie reichlich Ironie gut beobachtete menschliche Charaktere und Eigenschaften überzeichnet und augenzwinkernd präsentiert. „Die Parklücke vor dem Imbiss war groß genug. Da kam sogar ich einigermaßen rein. Zweimal vor und zurück. Passt." Hauptkommissarin Mona Butenschön ist eindeutig eine von uns. Und Angelika Griese präsentiert sie uns in durchgehend packender Weise.

Mit schwerem Kopf muss sie gleich von einer Feier hin zum Mordfall. Dann gibt's obendrein auch noch die neue Kollegin Conny, die ein echter Paradiesvogel am eher sachlichen plattdeutschen Strand ist. Mona gelingt es dennoch, schnell wieder einen klaren Verstand zu bekommen und sukzessive Licht ins Dunkel zu bringen - auch wenn der Fall sie durchs schummrig beleuchtete Rotlichtmilieu führt.

Zunächst aber geht es in die Ausbildungswerkstatt „Pro Zukunft", in der Jugendliche auf den rechten Pfad zurückgeführt werden sollen. Auch das Opfer Anja sollte hier zur Tischlerin ausgebildet werden. Aber wozu benötigte sie die teuren und aufreizenden Dessous, die Mona in ihrem Zimmer findet? Was weiß ihre Freundin Mandy? Mona ist sicher, dass Mandy das Geheimnis der Toten kennt. Mandy aber hat große Angst und flieht zu ihrer Schwester nach Bremerhaven. Nicht nur Mona bleibt ihr jedoch dicht auf den Fersen.

Seit 1995 veröffentlichte Angelika Griese zahlreiche Kurzkrimis in Zeitschriften und Anthologien. 2007 erschien ihr erster Bremen-Krimi „Mord nach Kohl und Pinkel", dicht gefolgt von der Kurzkrimisammlung „Mörderische Weibsbilder - Böse Gutenachtgeschichten" und dem Bremerhaven-Krimi: „Stickelmann sieht rot" in „Im Nordwesten mordet's sich am besten". 2009 erschien „Aal-Uwe" innerhalb der Anthologie der Mörderischen Schwestern „Im Morden was Neues". Und nun ganz frisch die „Freiwildzone".

H.G.

Weitere Informationen unter www.angelikagriese.de

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