| << Zurück | 19.06.2010 10:32 Uhr |
Die bei Köln lebende Bertamaria Reetz erfuhr ihre künstlerische Ausbildung in den 1980er und 1990er
Jahren bei Rudolf Halaczinsky, Antonin Málek und Rainer Aring (Köln). Letzte prägende Station war die Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Siegfried Cremer. In die inzwischen lange Liste von Einzelausstellungen in nationalen und internationalen Museen und Ausstellungsorten sowohl in Deutschland als auch in Europa reiht sich nun die Galerie Sassen in Bonn, welche die Künstlerin seit 2009 vertritt. Bertamaria Reetz ist eine vielseitige Künstlerin, die in wechselnden Materialien, Gattungen und auch Stilrichtungen immer wieder neue Herausforderungen sucht - sei es in der Zeichnung und der Malerei, sei es in der Plastik und bei der Schaffung von Skulpturen.
Besonders bekannt gemacht haben Bertamaria Reetz ihre großformatigen, schwarz-weißen Gesichter. Immer wieder kommt sie auf das Motiv des Kopfes zurück, um daran weiter zu arbeiten, um den seelischen Ausdruck in den Gesichtern weiter zu entwickeln und zu verdichten. Eine exklusive Auswahl dieser schwarz-weißen, überdimensionalen Köpfe aus den Jahren 2002 bis 2006 präsentiert nun die Bonner Galerie Sassen.
Die Gemälde, gleichermaßen Schwermut wie auch Hoffnung ausstrahlend, enthalten eine packende, emotionale Dichte, die unweigerlich in den Bann zieht und fesselt. Neben dem Gesicht wendet sich Bertamaria Reetz auch dem ganzen Körper des Menschen zu, dem Akt. Was der Mensch denkt, was ihn innerlich bewegt, drückt sich in seinem Antlitz aus. Dann ist da aber auch die Existenz des Menschen in seiner körperlichen Präsenz: sein „Da-Sein", seine Anwesenheit, wie er sich im Raum bewegt und diesen damit ausfüllt. Hier steckt die Kraft der Figuren und Akte von Bertamaria Reetz, sowohl in der Zeichnung als auch in der Malerei.
Die Aktzeichnungen in Kohle stecken voller Energie, voller Vitalität und Kraft, voller Bewegung und dem Drang nach Bewegung. Die überlebensgroßen schwarz-weißen Aktgemälde dagegen zeugen einerseits von packender, sinnlicher Lebenslust und stellen in ihrer Plastizität eine fast provokative Bejahung des Körperlichen, des Lebens dar, sie zeugen aber auch von dem Kampf um das Leben, um Existenz und Bestehen. In den dichten, schwarz-weißen Farbschichten scheinen sich diese Akte dem suchenden Blick des Betrachtenden zu entziehen, bevor er sie noch ganz erfassen kann.
Eine packende Ausstellung, die sich auf „das Wesentliche" - die Existenz, das Leben - konzentriert. Die Ausstellung wird eröffnet durch ein Gespräch zwischen Bertamaria Reetz und der Kunsthistorikerin Sabine Philipp, die das Schaffen der Künstlerin seit über 10 Jahren intensiv verfolgt und begleitet.
Bertamaria Reetz - Das Wesentliche
26.06. bis 29.08.2010
Adenauerallee 124, 53113 Bonn
Eröffnung 25.06.2010, 19.00 Uhr
19.06.2010 Bernhard Wiesbeck
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