Start Kunst Literatur Musik Bühne Medien Leben Shop Kalender Kultur-Netzwerk Nachrichten
20.04.2010 02:20 Uhr
<< Zurück

Der stille Weltenbauer

Glück bedeutet, den Trümmer der Welt eine neue Form zu geben. Simplicity. Das Wesentliche zu erhalten und das Festhalten an kleinen Freuden. Es geht nicht darum verstanden zu werden. Es geht um Arbeit, viel Arbeit und Erneuerung durch Zerstörung. Die Arbeit ist dennoch prekär, aber verständlich, zumindest für den der nicht verstehen muss. Das Leben eines Zwangs-Autodidakten.

Dietrich Gnüchtel muss zugeben, dass er Autodidakt ist. Er wurde verschmäht, weil er nach Klarheit strebte. Ein Blättern durch seine Arbeiten erzeugt Demut, eine Demut die nicht fordert und nicht mahnen will. Sie will gehört werden. Wer sie verstehen will, muss sich frei machen von dem, was er glaubt, dass er als Welt begriffen hat.

Dietrich Gnüchtel ein Maler aus Leidenschaft, ein Grafiker aus Sehnsucht. Seine Welt ist geprägt von sozialistischem Unverständnis. Er war es, der das Unverständnis der Welt nicht begreifen wollte. Das Offensichtliche wurde in seinem Umfeld zu oft mit Füßen getreten.

Gnüchtels Arbeiten beschreiben glasklar einen Weg, den niemand bereit ist zu gehen. Hinweise wie Asche, Sand und Erde versuchen nicht den inneren Zorn zu verbergen. Er ist der stille Weltenbauer. Nein ein Messias will er nicht sein, weil er nicht klein beigeben will. Er will ein Umdenken zum Richtigen bewirken.

Gnüchtels Arbeiten müssen raus in die Welt und Zeugnis ablegen, auch wenn sie Unruhe stiften werden. Die Arbeiten stehen nicht für sich, dürfen nicht gedeutet werden, als das was sie sind, sondern als das was sie erreichen wollen. Sie wollen erschrecken, aufrütteln und in erdiger Stille Mauern niederreißen, die uns vor Unklarheit bewahren.

Webseite: http://www.gnuechtel-art.com

20.04.2010 Bernhard Wiesbeck

Kommentare

Newsletter abonnieren

Ihre EMail:
Ihr Vorname:
Ihr Nachname:

Freunden empfehlen

Weitere Artikel

Zwei auf einen Streich Unter diese Überschrift könnte man die Ausstellungen des Nürnbergers Axel Flitsch und der Bopparderin Heike Müller setzen. Am Donnerstag und am Freitag letzter Woche hatten die beiden zwei gemeinsame Ausstellungen in Prüm. Das Thema beider Ausstellungen war der Genozid in Ruanda. [mehr]
Kunst – Anfassen erwünscht Normalerweise heißt es bei Kunstausstellungen: „Finger weg von den Arbeiten." Bei der in Athen geborenen Künstlerin Leda Luss Luyken kann man das bereits fertig gestellte Gemälde de- und re-konfigurieren. Dadurch entstehen neue Bildansichten, die veränderte Geschichten erzählen und eine andere Ästhetik zeigen. Alles ist in Bewegung, nichts bleibt starr. [mehr]
Wasser-Zeichen Die Erdoberfläche ist zu zwei Drittel mit Wasser bedeckt. Wen wundert es da, dass sich die unterschiedlichsten Menschen mit diesem Element auseinandersetzen. Die freiberufliche Malerin Angelika Jäkel (Künstlername LEONI) betrachtet die Oberflächenreflexionen des Wassers und setzt diese Faszination in ihren Arbeiten um. [mehr]

Diese Seite verlinken

Anzeige

Wettbewerb: Bild des Monats

Anzeige

Fotogalerien

Wettbewerb: Video des Monats

Kultur-Netzwerk Cafe