Dietrich Gnüchtel muss zugeben, dass er Autodidakt ist. Er wurde verschmäht, weil er nach Klarheit strebte. Ein Blättern durch seine Arbeiten erzeugt Demut, eine Demut die nicht fordert und nicht mahnen will. Sie will gehört werden. Wer sie verstehen will, muss sich frei machen von dem, was er glaubt, dass er als Welt begriffen hat.

Dietrich Gnüchtel ein Maler aus Leidenschaft, ein Grafiker aus Sehnsucht. Seine Welt ist geprägt von sozialistischem Unverständnis. Er war es, der das Unverständnis der Welt nicht begreifen wollte. Das Offensichtliche wurde in seinem Umfeld zu oft mit Füßen getreten.

Gnüchtels Arbeiten beschreiben glasklar einen Weg, den niemand bereit ist zu gehen. Hinweise wie Asche, Sand und Erde versuchen nicht den inneren Zorn zu verbergen. Er ist der stille Weltenbauer. Nein ein Messias will er nicht sein, weil er nicht klein beigeben will. Er will ein Umdenken zum Richtigen bewirken.

Gnüchtels Arbeiten müssen raus in die Welt und Zeugnis ablegen, auch wenn sie Unruhe stiften werden. Die Arbeiten stehen nicht für sich, dürfen nicht gedeutet werden, als das was sie sind, sondern als das was sie erreichen wollen. Sie wollen erschrecken, aufrütteln und in erdiger Stille Mauern niederreißen, die uns vor Unklarheit bewahren.
Webseite: http://www.gnuechtel-art.com
20.04.2010 Bernhard Wiesbeck