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21.03.2011 08:49 Uhr
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Philosophie der Landschaft

Das Ausstellungsprojekt "Adam Jankowski/ Robert Lettner/ Burghart Schmidt: Philosophie der Landschaft" versammelt vielfältige Landschaftsbilder der beiden österreichischen Maler Adam Jankowski und Robert Lettner, die seit den 1980er Jahren entstanden sind, und konfrontiert diese mit einem Text des mit den beiden Künstlern befreundeten Philosophen und Utopieforschers Burghart Schmidt zur Philosophie der Landschaft, der auf zahlreiche gemeinsame Gespräche über die Thematik der zeitgenössischen Malerei und der dazugehörigen Landschaftsdarstellung zurückzuführen ist.

 

Die beiden Maler Adam Jankowski und Robert Lettner verbindet seit ihrer gemeinsamen Studienzeit an der Wiener Kunstakademie zum Ende der 60er Jahre eine intensive künstlerische Zusammenarbeit. Lässt sich Landschaft wirklich in all ihrer Komplexität in Bild und Sprache fassen? Und gibt es etwas wie eine unmittelbare Erfahrung von Landschaft oder ist ihre Wahrnehmung von vornherein überformt von kulturellen Konventionen und vorgefertigten Erwartungen? Die Maler Adam Jankowski und Robert Lettner und der Kulturphilosoph Burghart Schmidt versuchen, in einer ästhetischen Recherche zwischen Philosophie und Kunst eine Antwort auf diese Fragen zu finden. Während Burghart Schmidt in einem facettenreichen Essay die Frage nach einer Landschaftsphilosophie zwischen Denken und Kunst umkreist, verschmilzt in den eigenen, aber auch gemeinsamen Bildern von Jankowski und Lettner die Landschaft mit der Reflexion ihrer medialen Vermittlung. In ihren Montagen und Verfremdungen wird die Tradition des Landschaftsbildes im buchstäblichen Sinne decodiert und neu zusammengesetzt. Dabei wird die darstellende Technik selbst zum Bildelement. Erst das Zusammenspiel von philosophischem Text und Kunst eröffnet neue Perspektiven auf die Unendlichkeit der Landschaft.

Die Ausstellung wird zunächst vom 6. März bis 22. Mai 2011 in Deutschland in den Räumen der Kunststation Kleinsassen bei Fulda gezeigt, die selbst inmitten der malerischen Mittelgebirgslandschaft der Rhön gelegen ist, und vom 9. September bis 9. Oktober 2011 in Österreich im Niederösterreichischen Dokumentationszentrums für Moderne Kunst St. Pölten präsentiert werden.

Die Entscheidung, die Kunststation Kleinsassen zur ersten Station dieser Ausstellung zu machen, folgt dem Umstand, dass sowohl Adam Jankowski, (*1948) als auch Burghart Schmidt (*1942) seit vielen Jahren als Professoren für Malerei bzw. Sprache und Ästhetik an der nahen Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main, Kunsthochschule des Landes Hessen, lehren und in der Region verankert sind, während Robert Lettner (*1943) bis 2008 digitale Bildtechniken an der Universität für angewandte Kunst Wien lehrte. Die Entscheidung für das NO Dokumentationszentrum St. Pölten in Niederösterreich hängt mit dem biografischen Hintergrund der beiden Maler zusammen, die Niederösterreich eng verbunden sind: Lettner gewinnt seit Jahren seine Motive aus der Freilichtmalerei in niederösterreichischen Landschaften; Jankowski ist seit seiner Jugend in Niederösterreich in der Wachauer Landschaft genauso verwurzelt wie in den wässrigen Landschaften seiner norddeutschen Wahlheimat um Hamburg.

Zur Ausstellung ist ein Künstlerbuch "Philosophie der Landschaft / Zwischen Denken und Bild" erschienen. Darin schreibt der Kunsthistoriker Dieter Ronte (ehem. Direktor des Museums für Moderne Kunst in Wien und des Kunstmuseums Bonn): "Das Buch und die Ausstellung sind ein gewichtiger Beitrag zur Situation der Kunst heute. Es ist beruhigend, dass in der post-post-modernen Leichtigkeit der Welt unserer Kulturen Künstler und ein Autor zusammenfinden, um eine ästhetische Recherche durchzuführen. Diese macht deutlich, dass nicht alles so einfach und entertaining ist, wie es die Institutionen und der Markt der bildenden Künste nahelegen. Die Fragestellung der drei Akteure konnte kein simples Ergebnis erwarten lassen. Doch seit Langem agieren die Wissenschaft der Philosophie und die Ästhetik der Malerei wieder einmal gemeinsam. Keiner versucht den anderen im Sinne einer Hilfswissenschaft als Zulieferer zu missbrauchen. Alle drei Akteure bleiben eigenständig. Die Maler illustrieren nicht das philosophische Traktat, dieses ist nicht einfach eine kritische Beschreibung der Kunstwerke. Doch im stimmigen Zusammenspiel werden viele Türen mit Blicken auf die Unendlichkeiten der Landschaft geöffnet."

Die Ausstellung wird am Sonntag, 6. März, 16 Uhr in der Kunststation eröffnet und bis zum 22. Mai zu sehen sein. Die Begrüßung übernimmt Prof. Bernd Kracke, Präsident der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main.

Zur Einführung spricht Prof. Dr. Christian Janecke (HfG Offenbach am Main, Fachbereich Kunstgeschichte). Die Künstler sind anwesend.

KUNSTSTATION KLEINSASSEN, An der Milseburg 2, 36145 Hofbieber-Kleinsassen, www.kleinsassen.de
Öffnungszeiten: Di - So, 13 - 18 Uhr

 

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