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07.10.2009 22:20 Uhr
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Scratchart – Die Kunst des Peter Mück

Der gelernte Bauzeichner Peter Mück hat bereits während seiner Ausbildung mit Medien wie Folien, Transparentpapier oder Mutterpausen gearbeitet. Da war der Weg zu Glas als Medium nicht mehr weit. Heute hat sich der der Kölner Künstler der Kunstrichtung Scratchart verschrieben.

Scratchart ist eine Kunstrichtung, die sich künstlersicher Ausdrucksmittel, die vor allem der Ästhetik der Zerstörung und des Zerfalls entstammen, bedient. Zerkratzen, Zerbrechen und Zerschlagen von Glas und Kunststoff sind Bestandteile des Vandalismus; scratchart bedient sich ihrer und schafft Werke, die im Bereich der urban-art bzw. streetart liegen.

Scratching ist ein Begriff der sich vom Englischen ableitet (to scratch = kratzen). Zu sehen ist das absichtliche Zerkratzen von Glas im öffentlichen Raum. Die Motive dieser Art von Vandalismus kehren als Buchstaben und Zahlenkombination immer wieder, vorwiegend auf Schaufenstern von Ladenlokalen oder auf Glasscheiben in öffentlichen Verkehrsmitteln. Dabei handelt es sich um einen Verweis auf Gruppen, die sich die Glasflächen illegal aneignen. Durch diese territoriale Zeichensetzung wollen die zumeist jugendlichen Gruppen Aufmerksamkeit erregen. Zudem bedeutet auch die wörtliche Übersetzung des italienischen Begriffs Graffiti „das Gekratzte".

Geht man bis in die Renaissance zurück, stößt man auf den Begriff „scgraffitto", eine Kratzputztechnik zur Fassadengestaltung. Scratchart verhilft nun dieser illegal angewandten Technik mit seinen Arbeiten zur Salonfähigkeit. Das Material stammt zu einem großen Teil von den Straßen; auf welchen im wöchentlichen Rhythmus Sperrmüllansammlungen für den nötigen Nachschub sorgen.

Glas und Kunststoff in gebrochener Form verstärken den Eindruck von Zerstörung und geben den Arbeiten etwas erschreckend faszinierendes. Porträtierte (Straßen-) Menschen oder Schaufensterpuppen wollen den inhaltlichen Bezug zur Straße aufrechterhalten. Dabei weiß der Betrachter nie, ob es sich um einen „echten" Menschen handelt oder um einen künstlichen (Schaufensterpuppe). Ein Aspekt, der auf der Straße besonders deutlich zu sehen ist, denn dort geht es nicht selten um sehen-und-gesehen-werden, um sich-zur-Schau-stellen.

Zerschlagungen werden von Peter Mück in Perfomances ausgeführt. Die zerschlagenen Werke wiederum setzt er dann zu neuen Arbeiten zusammen und stellt diese aus.



 

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