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21.05.2010 23:51 Uhr

Die Invasion der Alien-Popper

Sicherlich gehören ShirayasDream in jeder musikalischen Szene zu den Außenseitern - ein Image, das sie selbst kreiert haben: Immerhin brandmarken sie ihren genrebrechenden Mix aus Oper, Gothic, Synthpop und Electro als „Alien-Pop". Ab dem 28. Mai 2010 werden die selbst produzierten Alben „Magic Carpet Nights" und „Floating in Space" des Berliner Duos weltweit auf Online-Musikplattformen wie Amazon, itunes und Musicload zum Verkauf angeboten. Spätestens 2011 folgt das dritte Album „Venus Calls".

„Dracula trifft auf Rosenstolz und Klaus Nomi", schrieb das Musikmagazin Orkus (Ausgabe 5/2010) über den Stil von ShirayasDream. Mezzosopranistin Anna Aliena erinnert mit ihren theatralischen Gesangspassagen tatsächlich hin und wieder an den 1983 verstorbenen Countertenor Nomi, dem sie sogar ihren Part des Songs „Floating in Space" gewidmet hat. Auch dieser Herr hatte schließlich eine klassische Gesangsausbildung, ein Faible für Aliens und für die Verschmelzung gegensätzlicher Genres wie etwa Oper und Pop...

Komponist Oliver Höhne driftet auf instrumentaler Ebene jedoch nicht nur in außerirdische Gefilde ab: Seine Arrangements zieht es immer wieder in den Orient oder in schaurig düstere Märchenwwelten, die ganz allein seiner blühenden Fantasie entspringen. Auf dem Album „Magic Carpet Nights" erklingen Worldmusic-Elemente, opulente Streicherformationen, und Anna singt dabei mit betörender Stimme von dunklen Engeln, Hexen und anderen teuflischen Frauengestalten, denen die Männer willenlos ausgeliefert sind.

Bei poppigen Synthiebeats auf dem Album „Floating in Space" widmet sie sich anschließend den Liebesbeziehungen zu Aliens, bevor auf „Venus Calls" Enttäuschung einkehrt: Die Themen Eifersucht, Fremdgehen und Trennung ziehen sich wie ein roter Faden durch die insgesamt 14 Songs. Doch auch Menschenverachtung im TV, SM-Sex und lesbische Liebe werden gestreift. Der Traum der Mondgöttin Shiraya entpuppt sich plötzlich als Alptraum - zumindest in den Songtexten.

Musikalisch schweben ShirayasDream auf allen drei Alben mit ihrem Raumschiff auf Wolke 7. Die Synthpop-Facetten zeigen sich zwar ein wenig im Retro-Look der good old 80s, allerdings verleiht Annas Opernstimme dem ganzen einen innovativen Anstrich. Und darin liegt wohl das Geheimnis des Alien- Pops...

http://www.myspace.com/shirayasdream

21.05.2010 Bernhard Wiesbeck

 

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