Gleich drei preisgekrönte finnische Nachwuchskünstler präsentiert das Konzerthaus Berlin am Dienstag, dem 17. November, im Kleinen Saal im Rahmen der Reihe „NordNote". Zusammen bilden Taavi Oramo, Tuomas Lehto und Roope Gröndahl ein delikates Klarinettentrio. Diese Formation gehörte spätestens seit Beethovens „Gassenhauer-Trio" zu den Klassikern der Kammermusik. Den warmen, kantablen Ton des Holzblasinstruments liebten besonders die Romantiker. Dabei kamen ihnen die Errungenschaften des modernen Instrumentenbaus entgegen: Die filigranen Klappen der Klarinette sind eine technische Meisterleistung sondergleichen.
Steht das selten gespielte „Trio pathétique" d-Moll des Russen Michail Glinka für den melancholischen Charakter der romantischen Klarinette, nutzt der Finne Magnus Lindberg in seinem 2008 vollendeten Klarinettentrio das breite Arsenal zeitgenössischer Musik. Er selbst begann als Avantgardist, der in seinen beziehungs- und bildreichen Werken die Zuhörer zum Schmunzeln auffordert. Neue Musik ist bei ihm keinesfalls eine bierernste Angelegenheit. Brummende Bässe und kreischende Höhen sind nur die Eckpfeiler seiner an den französischen Impressionisten geschulten Klanglichkeit - auch im Klarinettentrio.
Mit dem Stück „Malinconia" von Jean Sibelius wird das Programm wohltuend sonor eingeleitet. Aus der tieftraurigen Komposition vermeinten die Kritiker Sibelius' Schmerz über den Tod seiner Tochter Kirsti herauszuhören. Die eindringlichen Melodien, vorgetragen vom singenden Violoncello, packen jedenfalls vom ersten Moment an. Mag die Mär von Finnlands weiter Landschaft, die sich in Sibelius' Musik anscheinend spiegelt, von der neuen Musikforschung bestritten werden: Hier darf einmal frei heraus mitgefühlt werden.
Zuwachs fürs Konzerthaus Berlin: Debüt des Kammerorchesters
Das Konzerthaus Berlin hat Zuwachs bekommen. 41 Mitglieder des Konzerthausorchesters haben sich zusammengetan und ein Kammerorchester gegründet. „Den Solobläsern und Stimmführern des Konzerthausorchesters soll eine Plattform geboten werden, Solokonzerte für ihr jeweiliges Instrument zu spielen", so Michael von Schönermark, Solo-Fagottist und einer der Sprecher des Ensembles. Das Debüt des Kammerorchesters steigt am Mittwoch, dem 18. November, um 20 Uhr im Kleinen Saal.
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Keckes Spiel mit Schumanns Kinderszenen
Ein großer Flügel inmitten der schwarz verkleideten Bühne, dazu ein Metronom, Noten und Bettzeug: Mehr braucht es nicht für diese „Kinderszenen". Denn der Autor, Regisseur und Arzt Gotthart Kuppel setzt in seinem gleichnamigen Musiktheaterstück nach Schumanns berühmten 13 Klavierstücken auf die Fantasie der jungen Zuschauer. „In Zeiten der Gigantomanie, wo alles größere, greller, lauter, schneller und bunter zu werden hat, halte ich es für eine Tugend, Kindern das Kleine zu zeigen", so Kuppel.
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Antoine Tamestit: Bratscher aus Berufung
Er ist der ambitionierte Spross einer Musikerfamilie und schon von seinen Wurzeln her in der ganzen Welt zu Hause: Antoine Tamestit. Die Bratsche spielt er aus Berufung und entfacht damit auch im Rahmen der Kammermusik einen interkulturellen Reigen. Ein erquicklicher Spannungsbogen, der am 15. November und am 20. Dezember in Berlin zu erleben ist.
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