„So nah – So fern“: Gut gemischte Klangwelten im Konzerthaus Berlin
Foto: Nikolaus Karlinsky
Unübliche Mischbesetzungen aus Bläsern, Streichern und Tasteninstrumenten gehörten zu den Errungenschaften der Neuen Musik. Damit wollte man sich von jeglicher Konvention absetzen, in der feste Gattungen wie Klaviertrio und Streichquartett zum Pflichtkanon eines jeden Komponisten wurden. Doch auch die klangliche Neugierde trieb Musiker wie Arnold Schönberg dazu, in seinem Melodram „Pierrot lunaire" von 1912 eine Instrumentalbesetzung von Klavier, Flöte, Klarinette, Violine, Bratsche und Violoncello auszuprobieren. Das 1994 gegründete Berliner modern art sextet hat sich genau dieser Besetzung verschrieben.
Am Montag, dem 23. November, kann man sich um 20 Uhr im Konzerthaus Berlin einen persönlichen Eindruck des Ergebnisses verschaffen. Das modern art sextett stellt eine ganz Palette zeitgenössischer Kammermusik vor - von modernen Klassikern bis hin zu multimedialen Projekten. Mit dem Dortmunder Gitarristen Reinbert Evers, ein weltweit gefragter Spezialist seines Fachs, gestaltet das Ensemble nun das außergewöhnliche Konzertprojekt „So nah - So fern". Die Kompositionen von Thierry Blondeau, Makiko Nishikaze, Osvaldas Balakauskas, Elia Koussa und Benjamin Schweitzer bürgen für aufregende Hörerlebnisse, etwa wenn in Koussas Trio Altflöte, Gitarre und Violine aufeinander treffen.
Im Zentrum steht die Uraufführung des Werkes „Planos" von Mathias Hinke. Geboren in Mexiko, studierte der junge Komponist in New York und Berlin. Mehrmals erhielten seine Werke Preise der Manhattan School of Music. Dennoch gibt er sich auf seiner Website bescheiden: „Wettbewerbe und Auszeichnung finde ich nicht unbedingt aussagekräftig, obwohl ich einige gewonnen habe (und auch verloren)." Jedes seiner Stücke sei „eine Reise in eine neue, eigene ästhetische Welt". Trotz aller Kunst bekennt sich Hinke zu ganz alltäglichen Freuden: „Ich liebe es zu kochen, zu lesen und massiert zu werden." Vielleicht spiegelt sich auch diese Zufriedenheit in seiner Musik.
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