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12.11.2009 20:48 Uhr
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Antoine Tamestit: Bratscher aus Berufung

Foto: Eric Larradieu
Er ist der ambitionierte Spross einer Musikerfamilie und schon von seinen Wurzeln her in der ganzen Welt zu Hause: Antoine Tamestit. Die Bratsche spielt er aus Berufung und entfacht damit auch im Rahmen der Kammermusik einen interkulturellen Reigen. Ein erquicklicher Spannungsbogen, der am 15. November und am 20. Dezember in Berlin zu erleben ist.

Anlässlich des „Amtsantritts" seiner Residency am 23. Oktober schrieb die „Berliner Morgenpost" über Antoine Tamestit: „Dieser Bratscher mag Geigen, was kaum verwundert, denn sein Vater ist Geigenlehrer und seine Tante spielt sie im Orchester. Sich selbst versteht Tamestit als einen Melodiker auf der Bratsche. Die menschliche Stimme sei ihm eine wichtige Inspirationsquelle, was durchaus wörtlich zu nehmen ist: Seine Frau ist Sopranistin."

„rbb Kulturradio", das das Antrittskonzert mitschnitt (Sendetermin: 15. November um 20.04 Uhr), stellte im Rückblick die handwerkliche Virtuosität des Solisten in den Vordergrund: „Das schwere Violakonzert von Bartók hat er souverän gemeistert mit seiner echten Stradivari-Viola, die einen fantastischen Klang hat."

Bei seinem zweiten Konzert als „Artist in Residence" des Konzerthauses Berlin am Sonntag, dem 15. November, um 11 Uhr widmet sich Tamestit nun der Kammermusik. Zusammen mit Musikern des Konzerthausorchesters bereist er die unterschiedlichsten Länder des europäischen Kontinents: Rumänien (George Enescu), Großbritannien (George Benjamin) und Tschechien bzw. Böhmen (Antonín Dvořák) sind die ersten Stationen. Mit Frankreich (Claude Debussy) und Spanien (Joaquín Turina) endet die musikalische Reise mediterran.

Das Programm für diese Matinee hat der junge Franzose, der sich als „Bratscher aus Berufung" bezeichnet, selbst zusammengestellt. „Das passt zu meinem Lebensgefühl", sagt er. „Ich habe jüdische und marokkanische Vorfahren, lebe als Franzose in Paris und bin bei meinen Reisen auf dem gesamten Kontinent unterwegs."

Die Vielfalt der Nationen und kulturellen Identitäten spiegelt sich auch in den facettenreichen Kombinationen der kammermusikalischen Besetzung wider. Sie reicht von Duos verschiedenster Ausprägung bis hin zu Viola und Klavier mit Streichquartett. Unter anderem erklingt das für Doppelbesetzung geschriebene Werk „Viola, Viola" des britischen Komponisten George Benjamin, das Tamestit beim Feldkirch-Festival 2002 zusammen mit seiner Kollegin Tabea Zimmermann uraufgeführt hat.

Das dritte Konzert der Residency bestreitet Antoine Tamestit am 20. Dezember im Rahmen der Mozart-Matinee. Unterstützung erhält er dann von seinem Landsmann Renaud Capuçon, mit dem er Mozarts Sinfonia concertante für Violine, Viola und Orchester zusammen mit dem Konzerthausorchester unter Lothar Zagrosek interpretieren wird.

Weitere Termine: 8. Januar, 28. März sowie 25., 26. und 27. Juni.

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