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18.01.2011 12:26 Uhr
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Sie ist der Mezzo

Ein ausgesprochen weiblicher Beruf, der der Sopranistin, geistert als männliches Hauptwort durch die deutsche Sprache. Genau so etwas gehört zu den Widersprüchen, denen die Mezzosopranistin mit einem sichtlich wachen Interesse begegnet. Sie hat auch nichts gegen eine Position zwischen den Stühlen. Edeltraud Rupek hat ihr Stimmenfach zum Titel ihres kabarettistischen Liedprogramms erhoben: "Mezzo - voll dazwischen".

 

Wie? Singt eine Mezzosopranistin etwa im Niemandsland zwischen Sopran und Alt? Ganz im Gegenteil: "Mezzos müssen alles können, sowohl Tiefe als auch Höhe." Darin liegt für Edeltraud Rupek der Reiz. In diesem Sinne ging ihre Gesangsausbildung von Mannheim nach Würzburg weiter. Am Ende ihres Studiums fragte sie ihren Lehrer, welches Fach sie denn jetzt genau habe. Da erhielt sie das Prädikat "jugendlich-dramatische Mezzo-Koloratur-Soubrette" - ein echtes Kompliment für Vielfalt und Ausdruck.

In Würzburg und zunehmend auch in der Region wurde sie bekannt, zehn Jahre lang, als das Fräulein Frieda der drei "Die Fräuleins", die bis Ende 2008 gemeinsam Chansons und Schlager der 1920er bis 1940er Jahre interpretierten. Diese Songs sind schon selbst oft komisch. Hinzu kam die Bühnen-Interaktion der Sängerinnen untereinander und mit ihrem Pianisten "Herrn Waldemar", kurz: Die Fräuleins machten sich einen Namen in der Kleinkunst- und Kabarettszene, nicht zuletzt wegen ihrer hochkünstlerisch gebildeten Stimmen.

Edeltraud Rupek zog es freilich hin zu höherer Stilvielfalt und weitgefasstem Repertoire. Leider fand sie mit den anderen beiden keinen gemeinsamen Weg, und als "Die Fräuleins" ihren Abschied feierten, stand schon ihr neues Solo-Programm auf der Bühne. Das umfasst nun fast die ganze Musikgeschichte von der Klassik bis zum Rap, Musical und Chanson, und so passt der Titel "voll dazwischen" - nämlich "zwischen allen Stühlen und Stilen", erklärt die Künstlerin. Damit das Ganze trotz der Zwischenlage ordentlich steht, ließ sie den Kabarettprofi Georg Koeniger Regie führen und holte obendrein das moldanische Sinfonieorchester unter Leitung von Urs John mit ins Boot. Das ist immer für eine Überraschung gut. Auch mit ihrem zweiten Soloprogramm "Weill nur die Liebe zählt" (zu dem auch Gershwin-Titel gehören) hat sie sich auch schon eine Menge Freunde gemacht.

Ansonsten arbeitet Edeltraud Rupek vernetzt mit Künstlerinnen und Künstlern aus der Mainregion. Hat sie einen Schumann-Liederzyklus einstudiert, gewinnt sie rasch eine Pianobegleiterin aus dem Kreis der einfühlsamsten nordbayerischen Interpreten. Selbstverständlich hat sie Gesangsschüler, denn das ist die Regel: Kaum ein Berufsmusiker kann von der Kunst leben, wenn er nicht gleichzeitig als Lehrer wirkt.

Edeltraud Rupek unterrichtet zudem an den Musikschulen in Wertheim und Tauberbischofsheim und gibt den anderen oder anderen Workshop an Musikakedemien, und zwar mit Schwerpunkt auf funktionaler Stimmbildung. Da schließt sich der Kreis zu ihrer Entdeckung als Mezzosopranistin. Denn es drängte sie, stimmlich immer weiter zu kommen und tiefer in die Materie vorzudringen. Sie sucht größtmögliche Freiheit beim Singen. Beim Erforschen und Nutzen der körpereigenen Resonanzräume steht die Freude an der Klangerfahrung im Vordergrund. Man lernt nie aus: Gleichzeitig ist die Lehrerin selbst Schülerin und belegt Kurse im einschlägigen Zentrum dieser funktionalen Schule, am Lichtenberger Institut im Odenwald.

Bei allen vielseitigen Umtrieben der temperamentvollen Frau freut sie sich über viele neue Projekte, schöne Kirchenkonzerte, Galas, und sonstige Veranstaltungen. Und vielleicht wird sie demnächst auch wieder an dem einen oder anderen Theater zu sehen und hören sein. Doch zur Zeit fühlt Edeltraud Rupek sich mit ihrer künstlerischen Freiheit sehr wohl. Auch zwischen Stilen und Stühlen. Mezzo eben.

Aktuelle Termine und mehr unter:
www.mezzo-volldazwischen.de

 

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