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19.08.2009 12:54 Uhr
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Film vs. Theater: Am liebsten in die Operette

Die muntere 84-Jährige liebt die Kultur und ist durchaus aufgeschlossen für Neues. Am liebsten aber geht sie in die Operette. Denn: „Da ist alles so wie früher. So wie man es kennt und mag." In der Oper und vor allem im Theater ist das anders. Dort darf das Publikum mit Überraschungen rechnen und regt sich darüber zuweilen mächtig auf.

Verlässlicher ist da der Film. Das zeichnet ihn aus und schränkt ihn ein. So gibt es manchen Unterschied gerade zwischen Film und Theater. Ein gravierender ist: Während im Film ein konstantes Niveau konserviert wird, lässt sich eine Theateraufführung kontinuierlich weiterentwickeln.

Somit kann mehrmaliges Anschauen gerade einer Theatervorstellung vielfach lohnenswert sein. Vor allem dann, wenn improvisatorischen Elementen Platz eingeräumt wird. Das mindert nicht den Reiz einer Premiere, zumal sie Szenen enthalten kann, die später vielleicht aus den unterschiedlichsten Gründen wegfallen.

Kaum eine Chance haben Theater und auch der Film bei der Bewegung der so genannten Werktreuen: Deren Anhängerinnen und Anhänger setzen vor allem auf das geschriebene und exakt auch so gesprochene Wort. Und wehe, hier greift eine Variation. Der renommierte Frankfurter Theaterwissenschaftler Hans-Thies Lehmann spekulierte hierzu im Rahmen einer Podiumsdiskussion: „Vielleicht haben sich diese Leute lediglich im Ort geirrt - und sind statt beim Schauspiel beim Hörspiel besser aufgehoben."

H.G.

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