Der Venezianer Nono (1924-1990) wird zu den bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhundert gezählt. Seine 1975 in Mailand uraufgeführte „Sonne" kommt nun in Anlehnung an den 20. Jahrestag des Mauerfalls auf die Bühne, exakt einen Tag vor den historischen Ereignissen rund um die Leipziger Montagsdemonstrationen mit dem Höhepunkt am 9. Oktober 1989.
Als beherzter Kommunist setzt Nono hier den Hoffnungen und Enttäuschungen vergangener Revolutionen ein Denkmal - und erzählt eine Geschichte der Niederlagen aus der Perspektive von verschiedenen Frauengestalten. Bis zum Jahresende begleitet ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm „Unter der großen Sonne von Liebe beladen".
„Den Sieg verfehlt" - lautet etwa der Titel des Konzertes der Oper Leipzig und des Forums Zeitgenössischer Musik Leipzig am Samstag, dem 19. September, um 19 Uhr. Es verspricht einen Höhepunkt der „Nono-Manie". Klänge aus Ost und West stehen dabei passend auf dem Programm: Neben Werken von Luigi Nono erklingen Kompositionen von Mauricio Kagel, Péter Köszeghy, Helmut Lachenmann, Reiner Bredemeyer, Olga Neuwirth, Johannes Harneit, Wolfgang Rihm und Friedrich Schenker. Es singen Sigune von Osten (Sopran), Mitglieder des Ensembles der Oper Leipzig und weitere Gäste. Es spielt die Sinfonietta Leipzig unter der Leitung von Johannes Harneit.
Ein Blick ins Jahresprogramm der Oper Leipzig macht deutlich, dass sich die Führung des Hauses um Starregisseur Peter Konwitschny eine Menge vorgenommen hat. Man will hoch hinaus am Augustusplatz - und die Sonne geht mit Nonos Oper offenbar jetzt schon vorzeitig auf.