So gesehen feiert die Staatsgalerie Stuttgart 2009 sogar ein besonders Jubiläum. James Stirling (22.4.1926-25.6.1992) zählt zu den ganz Großen der Postmoderne in der internationalen Architektur, und der Neubau der Staatsgalerie Stuttgart gilt als sein Meisterwerk. Anfangs war der Bau in Fachkreisen und in der breiten Öffentlichkeit zwar umstritten, später aber wurde er populär und weltberühmt.
Wichtiger aber ist der Inhalt: Die Staatsgalerie Stuttgart beherbergt eine exzellente Sammlung an Kunstwerken aus 700 Jahren und präsentiert mehrere anspruchsvolle Sonderausstellungen
pro Jahr. Neben den traditionellen Sammlungsgebieten der Altdeutschen, Italienischen und Niederländischen Kunst sowie des Schwäbischen Klassizismus bilden die Klassische Moderne und die Zeitgenössische Malerei und Plastik Sammlungsschwerpunkte des Museums.
Zu sehen sind bedeutende Werkgruppen unterschiedlicher Stilrichtungen wie „Fauves", „Brücke", „Blauer Reiter", „Kubismus" sowie herausragende Werkkomplexe von einzelnen Künstlerpersönlichkeiten wie Picasso, Beckmann, Schlemmer, Beuys, Kiefer und Baselitz, die das internationale Ansehen des Hauses begründen.
Im Jahre 2002 bekam die Stuttgarter Einrichtung als Anbau an die Alte Staatsgalerie noch einen dritten bedeutenden Komplex hinzu: In dem vom Schweizer Architekten-Ehepaar Katharina und Wilfrid Steib entworfenen jüngsten Gebäudeteil befinden sich die traditionsreiche Graphische Sammlung mit einem Bestand von weit über 400.000 Zeichnungen, Aquarellen, Collagen und Druckgraphiken sowie die Plakatsammlung
und die Photo-Kunst..
Zudem ermöglichen das Oskar Schlemmer-Archiv, das Archiv Will Grohmann, der kunsttheoretische Nachlass Adolf Hölzel und das Archiv Sohm sowie die weltgrößte Dokumentation von u. a. Happening und Fluxus das Studium von Spezialgebieten der Kunst des 20. Jahrhunderts.
H.G.
Foto zur Verfügung gestellt von: www.pixelio.de
Wer geistert denn da jetzt in den alten Gemäuern herum?
Alles Gute zum 125. Geburtstag! Man feiert zwar eine Spinnerei, Baumwolle wird hier aber seit 20 Jahren schon nicht mehr verarbeitet. Nur der Name ist geblieben. Jetzt gibt es auf dem 6 ha großen Gelände unter anderem „Kreative Spinner", eine „Pilotenküche" und eine „Eigen + Art". Nur im „Archiv Massiv" (Bild oben) erinnert ein Rollcontainer gefüllt mit Baumwolle daran, dass das einst die größte Baumwollspinnerei auf dem Europäischen Kontinent war.
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