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24.10.2009 22:16 Uhr
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Nach uns die Sintflut: Atommüll bleibt Erbe für 6.000 (!) Generationen

Damit uns das Licht nicht ausgeht - vielleicht aber auch, um die grenzenlose Gier der Energieriesen brav zu befriedigen - setzt nicht nur die deutsche Regierung weiter auf die Atomenergie. Obwohl die Entscheider damit kalkulieren müssen, dass unser heute produzierter Atommüll den nächsten 6.000 (!) Generationen als Erbe erhalten bleibt. So wurde es jedenfalls jüngst im ZDF-Magazin „Aspekte" verkündet.

6.000 Generationen, das mag dem einen oder anderen als eine überschaubare Zahl erscheinen. Nicht allen freilich. Rechnet man etwa in geläufiger Weise pro Generation rund 25 Jahre, ergeben sich insgesamt 150.000 Jahre. Zur Erinnerung: Den Homo sapiens sapiens, also uns heutige Menschen, gibt es seit etwa 120.000 Jahren. Schreiben und Lesen haben wir vor circa 5.000 Jahren gelernt. Und nur wenige Jahrhunderte sind vergangen, dass wir Amerika für Indien hielten und glaubten, die Erde sei eine Scheibe.

Kommen wir deshalb nochmals zu den ZDF-„Aspekten" - immerhin ein Format, dass mit öffentlichen Geldern finanziert wird, um uns seriöse Informationen zu liefern: Im gleichen TV-Beitrag erklärte also ein Experte tief unter Tage, dass man mit höchster Sorgfalt nach geeigneten Endlagerstätten für den Müll suche, denn in ein paar hundert Jahren könnten diese Stellen in Vergessenheit geraten sein. Dann aber dürfe das unbekannte Erbe trotzdem keine Gefahr darstellen, sondern müsse sicher bleiben.

Bedenkt man zugleich, wie liebend gern wir Menschen seit unseren Anfängen im Erdreich buddeln und Höhlen erforschen, mag man sich die Überraschung unserer Erben gar nicht vorstellen wollen, wenn sie auf unsere hinterlassenen „Schätze" stoßen. 6.000 Generationen dürfen also auslöffeln, was ihnen gerade mal drei bis sechs Generationen durch ihren puren Egoismus und hemmungslosen Raubzug gegen den Planeten Erde eingebrockt haben.

Auch hieraus erwächst ein fader Eindruck: Gerade die Politiker und Verantwortungsträger, die gern an traditionelle Werte erinnern, scheinen exakt gegenläufig zu handeln und zu leben. Nämlich fatal nach dem Motto: Nach uns die Sintflut ... Aber „wir sind das Volk", wie wir gerade zum 20. Jahrestages des „Wind of Change" in Mittel- und Osteuropa allerorts wieder hören. Wenn wir uns hier also nicht aktiv einbringen: Tragen wir dann nicht mit an diesem Übel?

H.G.

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