Das mitreißende Temperament der 35-jährigen gebürtigen Münchnerin mit kroatischen Wurzeln, die in Zadar und Berlin aufwuchs und an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch" in Berlin studierte, betonte auch Kollege Rainald Grebe, der die Laudatio hielt. In Grebes Kassenschlager „Klimarevue" hatte Anita Vulesica wie auch in der Rockoper „Black Rider" neben ihrem schauspielerischen Talent zudem als stimmgewaltige Sängerin brilliert.
Ein Energiebündel, das ungemein kraftvoll agiert, aber auch abseits der Bühne regelmäßig überaus angenehm auffällt. Ein echter Gewinn also für Leipzig. Nach Armin Petras, Anja Schneider, Wolfgang Engel und Thomas Hertel ist Anita Vulesica die zweite Schauspielerin, die mit dem Leipziger Theaterpreis ausgezeichnet wird. Den verleiht der Freundeskreis Schauspiel Leipzig seit 2005 und lässt dabei eine fünfköpfige Jury aus Fachleuten und Publikumsvertretern entscheiden.
Anita Vulesica glänzte in der Spielzeit 2008 / 2009 gleich in mehreren Spitzenproduktionen in Hauptrollen und „fiel der Jury besonders durch ihre große Bühnenpräsenz und die Stimmigkeit ihrer Rollengestaltung auf." Sie sei „eine eigenwillige und spannende Darstellerin, die ganz bei sich selbst ist." Und weiter: „Sie verfügt über eine große Spannbreite an Ausdrucksmitteln, aus denen sie jeweils klug und oft minimalistisch-genau auswählt: Ihr vitales und genussvolles Spiel überträgt sich auf die Zuschauer, weil es immer partnerbezogen-gestisch und ganz uneitel ist." Zudem sei es „eine Freude, sie singen zu hören und zu sehen."
Nicht vergessen werden dürfen an dieser Stelle aber auch ein paar kleine und feine Auftritte, die Anita Vulesica gemeinsam mit Emma Rönnebeck als kongenialer Partnerin auf der Mini-Bühne des „Weißen Hauses" zelebrierte. Eine mitreißende Kombination aus Schauspiel, Tanz, Gesang, Kabarett und Nonsens, die hoffentlich ebenfalls einige Fortsetzungen findet.
H.G.