KunstLiteraturMusikBühneMedienLebenKalenderKultur-NetzwerkNachrichten
KlassikJazz/BluesRock/PopWeltmusikSchlager/VolksmusikMusikpädagogikRezensionenPortraitsOrteFestivalsVeranstaltungen
01.12.2009 08:59 Uhr

Frisch gekürt: Arnold Schönberg – Sämtliche Klavierwerke

„Echo Klassik"-Preisträger Hardy Rittner präsentiert sämtliche Klavierwerke von Arnold Schönberg - und man höre und staune - auf historischen Instrumenten: Dabei ist diese Idee sehr naheliegend, denn Schönberg ist in einer spätromantischen Klangwelt aufgewachsen. Die beiden Flügel dieser Einspielung sind Zeitgenossen des Komponisten: Der „Streicher" aus der Sammlung von Gert Hecher in Wien stammt aus dem Jahr 1870, der liebevoll restaurierte „Steinway" von MDG wurde 1901 gebaut. Das ideale Instrumentarium, um die musikalische Entwicklung Schönbergs über drei Jahrzehnte nachzuzeichnen.

Als Schönberg 1894 seine Drei Klavierstücke schrieb, war er als Komponist noch Autodidakt. Brahms und zugleich Wagner waren damals die Vorbilder des 20-Jährigen. Kein Wunder, dass die erst kurz zuvor veröffentlichten Klavierzyklen von Brahms ihre Spuren in Schönbergs früher Komposition hinterließen. 15 Jahre später waren die Drei Klavierstücke op. 11 aus ganz anderem Holz. Schönberg hatte nun eine neue kompositorische Qualität erreicht: Tradierte Tonalität löste sich auf, die Dissonanz emanzipierte sich.

Eine radikale Kürze prägen Schönbergs Sechs kleinen Klavierstücke op. 19 aus dem Jahr 1911. Anton Webern ist von dieser Komposition so beeindruckt, dass er sie fortan zum Maßstab seines Handelns macht. Schönberg selbst begibt sich stattdessen auf die Suche nach einer „neuen Ordnung". Mit den Fünf Klavierstücken op. 23 und der Suite op. 25 scheint er sie Anfang der zwanziger Jahre gefunden zu haben. Nicht nur deutliche Rückbezüge zu Bach machen insbesondere die Suite zu einem gelungenen Beispiel der neoklassizistischen Mode jener Zeit. Als Mittfünfziger stellt Schönberg durch seine Klavierstücke op. 33a und 33b unter Beweis, dass selbst einem ungestümen Neuerer wie ihm das traditionelle Sonaten-Denken nicht fremd ist.

Hardy Rittner zeigt mit dieser Einspielung, dass er mit den Widrigkeiten des historischen Instruments ebenso gekonnt umgeht wie mit der Perfektion eines ausgereiften Steinway-Konzertflügels. Es sind faszinierende Klangwelten, die hier aufeinander treffen und zu einer kunstvollen Einheit verschmelzen.

Weitere Informationen unter www.mdg.de

 

Kommentare

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Weitere Artikel

Wilhelm Friedemann Bach: 12 Polonoises pour le Clavecin Herzlichen Glückwunsch, Wilhelm Friedemann (1710-1784): Zum 300. Geburtstag des „Hallenser Bachs" im Jahr 2010 hat Siegbert Rampe einige Klavierwerke von Johann Sebastians ältestem Sohn erstmals und auf Original-Instrumenten eingespielt. Die Aufnahme zum Jubiläumsjahr ergänzt das vertraute Bild von Wilhelm Friedemann Bach als genialem Improvisator eindrucksvoll um das eines Komponisten, der im Schatten seines Übervaters musikalisch und spieltechnisch außerordentlich anspruchsvolle Werke schrieb. [mehr]
Felix Nowowiejski: Konzerte für Orgel Für die Einspielung der spätromantischen Orgelsinfonien von Felix Nowowiejski (1877-1946)
wurde Rudolf Innig mit dem „Echo Klassik" belohnt. Jetzt ergänzt der erfolgreiche Organist
das Werk mit einer Aufnahme der Konzerte für Orgel solo op. 56 des besonders in der Neuen Welt geschätzten polnischen Komponisten. Vol. 1 enthält zwei Konzerte sowie fünf Präludien aus op. 9. Der Bremer Dom mit seiner imposanten historischen Sauer-Orgel gibt der Aufnahme einen exzellenten klanglichen Rahmen. [mehr]
„Wein, Weib und Gesang“: Alban Berg, Anton Webern und Arnold Schönberg arrangieren Walzer von Johann Strauß Kann eine Pleite unterhaltsam sein? Alban Berg, Anton Webern und Arnold Schönberg haben jedenfalls 1921, um ihren „Verein für musikalische Privataufführungen" vor dem Konkurs zu retten, Adaptionen der populärsten Walzer Johann Strauß' geschaffen. Das Benefiz-Konzert und die anschließende Auktion ihrer Partituren waren zwar erfolgreich, doch den Verein konnten sie letztlich nicht retten. Die vier Walzer-Partituren blieben aber erhalten: Das Thomas-Christian-Ensemble aus Wien hat die ungewöhnlichen Arrangements erstmals auf CD eingespielt. [mehr]

Bookmarks


Hinzufügen bei  Blogmarks Hinzufügen bei  Del.icio.us Hinzufügen bei  digg Hinzufügen bei  Faves Hinzufügen bei  FriendSite Hinzufügen bei  Google Bookmarks Hinzufügen bei  Technorati Hinzufügen bei  Yahoo My Web Webnews

Diese Seite verlinken

Anzeige

Wettbewerb: Bild des Monats August 2011

Seite des Tages

Wettbewerb: Video des Monats

Kultur-Netzwerk:

Twitter/Facebook

Kulturnetzwerk-Cafe

Fotogalerien