Start Kunst Literatur Musik Bühne Medien Leben Shop Kalender Kultur-Netzwerk Nachrichten
28.11.2009 10:44 Uhr
<< Zurück

„Wein, Weib und Gesang“: Alban Berg, Anton Webern und Arnold Schönberg arrangieren Walzer von Johann Strauß

Kann eine Pleite unterhaltsam sein? Alban Berg, Anton Webern und Arnold Schönberg haben jedenfalls 1921, um ihren „Verein für musikalische Privataufführungen" vor dem Konkurs zu retten, Adaptionen der populärsten Walzer Johann Strauß' geschaffen. Das Benefiz-Konzert und die anschließende Auktion ihrer Partituren waren zwar erfolgreich, doch den Verein konnten sie letztlich nicht retten. Die vier Walzer-Partituren blieben aber erhalten: Das Thomas-Christian-Ensemble aus Wien hat die ungewöhnlichen Arrangements erstmals auf CD eingespielt.

Den „Verein" hatten die drei Komponisten als Alternativmodell zum etablierten „offiziellen Musikbetrieb" gegründet. Sie wollten ausschließlich für ihre Mitglieder „mustergültige Aufführungen" organisieren, die woanders unter den „Zwängen des musikalischen Alltags" nicht so sorgfältig einstudiert wurden. Es gelang aber nicht, genügend zahlende Mitglieder anzuwerben, um die Kosten zu decken. So gab es aus finanziellen Gründen immer wieder Konzerte, um Geld in die Kasse zu bekommen. So auch am 27. Mai 1921, als die vier Walzer Premiere feierten ...

Was kaum jemand weiß: Auch Schönberg hatte eine gehörige Portion Humor: Während einer Tournee seines „Pierrot lunaire"-Ensembles schuf der Meister als Kontrast und seither beliebtes Zugaben-Stück seine neue Version des „Kaiserwalzers". Hatte Strauß das Stück für den deutschen Kaiser Wilhelm II. komponiert, machte Schönberg daraus einen Walzer für Österreichs Franz Joseph II., indem er die von Haydn komponierte „Kaiserhymne" in die Strauß-Vorlage einfließen ließ - was für ein Heidenspaß ...

Mit seinen ebenso akribisch wie musikantisch daherkommenden Bruckner- und Mahler-Einspielungen hat sich das Wiener Ensemble schon erfolgreich am „Vereins"-Repertoire bedient. Natürlich finden auch bei dieser Einspielung der mit schmelzendem Ton aufspielende Primarius Thomas Christian und seine Kollegen zu einer ebenso faszinierenden Einheit zusammen.

Weitere Informationen unter www.mdg.de

Kommentare

Newsletter abonnieren

Ihre EMail:
Ihr Vorname:
Ihr Nachname:

Freunden empfehlen

Weitere Artikel

Michael Bublé: Viertes Album „Crazy Love“ erscheint Noch zweimal schlafen, dann dürfen die Fans von Michael Bublé auch wieder mit offenen Augen träumen: Am Freitag, dem 16. Oktober, erscheint mit „Crazy Love" das vierte Studio-Album des kanadischen Jazzsängers. Neben elf Perlen aus verschiedenen Musikepochen finden sich auch zwei eigene Kompositionen auf der Scheibe, die von David Foster, Bob Rock und Humberto Gatica produziert wurde. [mehr]
Lieder ohne Worte: Glemser führt mit Mendelssohn ins Reich der Sinne Sinnlicher kann Musik kaum sein. Mit seinen „Liedern ohne Worte" hat Felix Mendelssohn Bartholdy (3.2.1809-4.11.1847) außergewöhnliche Klaviermusik geschaffen, die leicht bekömmlich und zugleich höchst anregend ist. Sie führt direkt ins Reich der Sinne und stimmt zutiefst nachdenklich. Zumal dann, wenn ein Ausnahmepianist wie Bernd Glemser sie zelebriert. [mehr]
Bruce Springsteen: Working On A Dream "Working On A Dream" ist bereits das 24. Album des großen amerikanischen "Musik-Erzählers" Bruce Springsteen. Nach Ausflügen in die Bereiche von Country und Folk kehrt die Musiklegende zurück zu ihren Ursprüngen und bleibt sich gleichzeitig treu beim musikalischen Erzählen. Die 13 Songs handeln vom Leben der kleinen Leute in den Staaten zu den Zeiten einer neuen Krise und sind damit aktuell auf die politische und gesellschaftliche Situation bezogen. Martin Luther Kings Statement "I had a dream" wird vom politischen Musiker Springsteen aufgegriffen, um deutlich zu machen, dass es noch viel zu tun gibt, um den Traum Wirklichkeit werden zu lassen. [mehr]

Diese Seite verlinken

Anzeige

Wettbewerb: Bild des Monats

Anzeige

Fotogalerien

Wettbewerb: Video des Monats

Kultur-Netzwerk Cafe