Wilhelm Friedemann Bach: 12 Polonoises pour le Clavecin
Herzlichen Glückwunsch, Wilhelm Friedemann (1710-1784): Zum 300. Geburtstag des „Hallenser Bachs" im Jahr 2010 hat Siegbert Rampe einige Klavierwerke von Johann Sebastians ältestem Sohn erstmals und auf Original-Instrumenten eingespielt. Die Aufnahme zum Jubiläumsjahr ergänzt das vertraute Bild von Wilhelm Friedemann Bach als genialem Improvisator eindrucksvoll um das eines Komponisten, der im Schatten seines Übervaters musikalisch und spieltechnisch außerordentlich anspruchsvolle Werke schrieb.
Kein anderer Bach-Sohn wurde schon in früher Kindheit so gefördert wie Wilhelm Friedemann: Bereits im Alter von neun Jahren begann die Ausbildung zum Organisten, spielerisch animierte ihn der Thomas-Kantor nebenbei zu den ersten Kompositionen. 1726 ließ Johann Sebastian Bach seinen Ältesten für ein Jahr die Schule unterbrechen, damit er sich zum Geiger fortbilden konnte.
1733 verfasste Bach Senior eigenhändig die Bewerbung seines Sohnes als Organist an der Dresdner Sophienkirche. 13 Jahre später erhielt der Junior zum zweiten Mal Rückenwind des Vaters: Mit Erfolg bewarb er sich in Halle als Musikdirektor und Organist der Liebfrauenkirche - zwei Positionen, die er 18 Jahre innehatte. Die letzten beiden Jahrzehnte seines Lebens konzentrierte sich der „Hallenser Bach" aufs Unterrichten sowie seine berühmten Improvisationen auf Cembalo und Orgel.
12 Polonoises pour le Clavecin gehören in Fachkreisen zu seinen bekanntesten Werken: Wilhelm Friedmann Bach hat diese unterschiedlichen Charakterstücke in zwei Etappen über Jahre hinweg mit großer Sorgfalt auf Papier ausgearbeitet. Er selbst spricht sogar von Konzertstücken, deren Gestus die überschwängliche frühromantische Gefühlswelt gleichsam musikalisch antizipiert. Welchen Gegensatz bilden hierzu die in Dresden entstandene Fantasia und die in Halle komponierte Es-Dur-Sonate aus dem Jahr 1748!
Für die Einspielung der Sonate hat Siegbert Rampe einen Original-Tangentenflügel aus dem Jahr 1788 ausgewählt, ein Hammerflügel mit Tangentenmechanik, wie er damals im deutschen Sprachraum Hochkonjunktur hatte. Die 12 Polonaisen und die Fantasie präsentiert uns der Experte für alte Instrumente auf der Kopie jenes Cembalos, das Wilhelm Friedemann Bach 1733 als Aussteuer von seinem Vater erhalten hatte und dessen Original heute im Berliner Musikinstrumenten-Museum zu sehen ist.
"Bis in die Tiefe ausgelotet", analysiert das „Fonoforum" und „www.klassik.com" ergänzt: „... das beträchtliche Klangvolumen und Rampes Freude beim Auskosten der ausgefallensten Klänge macht einfach Spaß beim Zuhören."
Weitere Informationen unter www.mdg.de
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