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04.09.2009 16:01 Uhr
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2030: Senioren-Hölle Deutschland – oder doch nicht?

Internationale Gäste wundern sich regelmäßig, dass sie in Deutschland so wenig Kinder in der Öffentlichkeit sehen. Wenn man dann als Gastgeber überrascht ist, da der eigene Eindruck ein wenig freundlicher war, muss man zugleich anerkennen: Die Welt denkt anders. Sie hält Deutschland zugleich für ein Paradies für Senioren, da Ältere hier ein so hohes Renommee hätten. Ob das in 20 Jahren aber auch noch so ist, bleibt abzuwarten.

Die Warnungen der Fachleute werden immer lauter: Für 2030 skizzieren sie beinahe schon ein Schreckensszenario: Gibt es dann die Senioren-Hölle Deutschland? Fakt ist, dass dann auch die Spitze der geburtenstarken Jahrgänge ins Rentenalter eintritt, ohne dass nach dem klassischen Rentenmodell ausreichend Kräfte für die Finanzierung bereitstehen.

Fatale Versäumnisse einer gravierenden Rentenreform spätestens in den 1980er Jahren, deutliche Veränderungen in der Arbeitswelt, eine auf dem Kopf stehende Alterspyramide und einige weitere Aspekte lassen die Zukunft künftiger Rentner wenig rosig erscheinen. Schon in jungen Jahren wurden sie als Generation X bezeichnet - als verlorene Generation. Droht ihnen schon in Kürze nun sogar das Jüngste Gericht?

Private Altersvorsorge ist in diesem Zusammenhang ein zentrales Thema. Zugleich darf sich der Staat nach Meinung der Fachleute keinesfalls aus der Verantwortung ziehen. Betreiber von Seniorenresidenzen und auch Pflegeangeboten rechnen keineswegs mit einer rosigen Zukunft, da die erforderlichen finanziellen Mittel in vielen Fällen nicht gegeben sind und eine gesundheitliche Versorgung auf Spitzenniveau längst nicht mehr für die breite Masse gegeben ist.

Bunte Werbeprospekte schwärmen nicht erst seit heute vom goldenen Lebensabschnitt ab Anfang, Mitte Sechzig. Noch verstärkt sich diese Perspektive sogar ins Positive, und nicht wenige Menschen in Deutschland genießen seit geraumer Zeit das Rentenalter. Ebenfalls nicht wenige sterben aber auch früh, plagen sich mit Krankheiten oder werden zum Pflegefall.

Wohin genau die Reise geht, ist in der Gegenwart kaum abzuwägen. Es empfiehlt sich trotzdem, frühzeitig vorzusorgen und die Zukunft aktiv anzugehen. Das gilt für den Einzelnen wie für die Gesellschaft auch. Der Lebenslauf ist immer auch zugleich besondere Lebenskultur - in unterschiedlichen Ausprägungen. „Kultur-Szene" wird die Themen „Alter" und „Lebensperspektiven" deshalb sukzessive beleuchten und beschreiben. Mit ein paar Wegweisern an den Gabelungen des Lebens.

H.G.

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