Allein zum Leipziger Nostalgie-Derby zwischen dem vormals BSG Chemie genannten FC Sachsen und dem Erzrivalen 1.FC Lok werden am Sonntag, dem 23. August, um 14 Uhr im Zentralstadion 10.000 Besucher erwartet. Zum Vergleich: Normalerweise verlieren sich maximal ein paar Hundert Rentner zu einem Kick in der 5. Liga, wie auch zu einer Partie in der um eine Klasse höher angesiedelten Regionalliga. Ausnahmen bestätigen die Regel.
In der NOFV-Oberliga Süd aber bildet der erwähnte Gipfel nicht die große Ausnahme. Hier steigt 2009 / 2010 die schärfste Oberliga-Show in der Geschichte des deutschen Fußballs. Im Zentrum des Geschehens steht dabei Leipzig, die Wiege der nationalen Pflege des runden Leders.
Zum Leidwesen von Chemikern und Lokisten gibt es vor Ort mit RB Leipzig mittlerweile einen neuen Club, der ihnen in ihrem ewigen Kampf um die Rolle des Platzhirschen mit Hilfe des Getränkeherstellers Red Bull den Rang ablaufen will. Der neue Verein erregt bundesweit die Gemüter und sammelte in kürzester Zeit eine bemerkenswerte Fangemeinde: Zu den beiden ersten Pflichtspielen im eigenen Stadion pilgerten immerhin jeweils rund zweieinhalb Tausend Zuschauer. Ein berauschender Start.
Lok, Sachsen, RBL und Altmeister FSV Zwickau sind zweifellos die Zugpferde dieser Oberliga. Sie werden gemeinsam ein sensationelles Ergebnis bei den Besucherzahlen erzielen und einen Rekord für die Ewigkeit aufstellen. Aufgrund der besonderen regionalen Struktur werden die Zweitvertretungen der vier Traditionsclubs Dynamo Dresden, Carl Zeiss Jena, Erzgebirge Aue und Rot-Weiß Erfurt diesen Schnitt möglicherweise kaum drücken.
Auch der Vorjahres-Vize VfB Auerbach, Germania Halberstadt, der 1.FC Gera und der VfB Pößneck haben Ambitionen, während Budissa Bautzen, der VfL Halle 96, Borea Dresden und der SV SCHOTT Jena eher das Feld komplettieren - aber dennoch zum Spektakel beitragen dürften.
H.G.