| << Zurück | 03.02.2011 10:16 Uhr |
Wir benutzen diese angeblichen Tugenden als Deckmantel zur eigenen Unverwundbarkeit. Sie geben uns Kraft und Beständigkeit und lassen uns stark erscheinen. Charakter und Persönlichkeit sind zu Scheuklappen verkommen, die uns unsensibel und gefühllos gemacht haben. Doch es gibt sie noch, diejenigen Menschen, denen nicht alles egal ist. Menschen, die den Mut haben sich den Realitäten unserer Gesellschaft zu stellen. Menschen, die nicht wegsehen können, nicht wegsehen wollen.
Einer dieser Menschen ist Axel Flitsch. Auf den ersten Blick wirkt er ruhig und ausgeglichen - ein stiller Beobachter, der viel in seinem Leben erlebt und gesehen hat. Flitsch ist geduldig, dennoch ein unerbittlicher Märtyrer, der sich nicht davor scheut, auf Missstände und Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen. Dabei bewegt er sich oft auf gefährlichen Pfaden, die er in keiner Weise scheut.
Axel Flitsch ist Künstler des Monats, weil er mit seiner Kunst all das ausspricht, was die meisten von uns nur zu gerne ignorieren und vergessen. Er kämpft gegen Ungerechtigkeit und tritt für diejenigen ein, denen großes Unrecht widerfahren ist. Wer Flitschs Kunst und seine Projekte unterstützt, kämpft an seiner Seite - gegen Ignoranz und für ein verständnisvolles Miteinander.
Malen ist für Flitsch eine Beschäftigung zwischen Wutanfall und Meditation. Er hört und oder sieht Dinge in den Medien, die ihn ärgern. Er hat Dinge erlebt und gesehen, die ihn auch mit großer Trauer erfüllen und "der Welt" am Arsch vorbeigehen. Dann greift er zu seinen Gummirollen und Schwämmen und bringt Farben auf die Leinwand. Ein scheinbar wirres Farbspiel entsteht. Manchmal wütend, manchmal leise. Mit feinen Tuschefedern beginnt er dann die oft zufällig entstanden Konturen herauszuarbeiten. Arbeitet mit Farbe nach, dann wieder mit Tusche. Das ziehen von den oft nur Millimeter kleinen Konturen gleicht dann einer Meditation. Immer weiter lässt er sich dann auf das Thema des Bildes ein.
"Kunst kann nichts bewegen" so waren oft die Aussagen von Kollegen, Bekannten und Freunden. Diese Aussage hat Flitsch aber eher nur angespornt. "Der einzige Sinn der Kunst ist zu Bewegen", so der Künstler selber. Und sein Erfolg gibt ihm recht. Die Kritiker sind leise geworden. Flitsch laut. Seine Bilder werden auf Gegendemos gegen die NPD durch die Stadt getragen. Seine Bilder werden trotz der heftigen Thematiken gekauft. Und der für ihn selber bewegendste Moment war wohl der, als ein Kardinal in Ruanda vor einem seiner Bilder stand und meinte: "..wie kann man diesen Schmerz nur so malen, Sie sind wirklich ein Maler Gottes." Ist er nicht, aber er sucht nach dem perfekten Bild des Schmerzes.
Axel Flitsch hilft Kindern in Ruanda. Und das ist nur eines seiner Projekte.
Todesmarsch: Dieses Projekt begann 2009. Bislang sind über 140 Bilder zu der Thematik der Todesmärsche, Ende des 2. Weltkrieges entstanden. In 2010 wird die Ausstellungsserie in Augsburg, Hof und in Jerusalem zu sehen sein.
Die Kinder Afrikas: Mit diesem, Ende 2010 gestarteten Projekt unterstütz Flitsch den Bau eines Krankenhauses an der Elfenbeinküste. Bislang konnte er durch den Bilderverkauf schon einige tausend Euro zu dem Projekt beisteuern.
Missbrauch: Mit diesem Projekt unterstützt Flitsch eine jährlich stattfinden Kundgebung gegen Missbrauch in Hagen. Die Bilder sind bislang alle unveröffentlicht und werden Ende Mai zum ersten Mal in Hagen ausgestellt.
Wenn Richten - dann Aufrichten: bei dem weltumspannenden Projekt von Peter Kalb beteiligt sich der Künstler ebenfalls. Bislang sind eigene Interpretationen entstanden, in den immer auch die von Kalb entworfene Skulptur zu sehen ist. Geplant sind Gemeinschaftswerke. Die beiden Künstler werden gemeinsame Bilder erstellen und Flitsch will versuchen eine Skulptur von Kalb "weiterzubearbeiten". Malerei auf Glas oder auch an die Skulptur angesetzte Bleiverglasungen sind die Ideen. Man darf gespannt sein, was passiert, wenn sich so unterschiedliche Disziplinen begegnen.
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Kurt Hinrichsen, 1901 in St. Gallen geboren, in Basel aufgewachsen, lebte fast ein Leben lang in Paris, wo er 1963 starb. Kurt Hinrichsen war in seiner Zeit nicht berühmt, aber von Insidern, Galeristen und Sammlern als ein aussergewöhnlicher Maler anerkannt und geschätzt. Leider verpasste er es, sich mit
Kritikern und Medienverantwortlichen anzubiedern und ging aus diesem Grund nicht unbemerkt, aber
doch als zu wenig bekannt über die Bühne.