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15.03.2010 00:21 Uhr
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Oriental Dance Art

Der Orientalische Tanz ist in Europa und den USA vor allem unter dem Begriff "Bauchtanz" bekannt. Dies ist jedoch eine Wortkreation europäischer Orientreisender des 15. bis 19. Jahrhunderts, die mangels eines Begriffs für diese (dem durch starre Beintänze geprägten Europäer) fremde Tanzart, bei der vor allem die intensiven Bewegungen der Körpermitte auffielen, versuchten zu beschreiben, was sie bei diversen Tanzdarbietungen gesehen hatten.

So entstanden Begriffe wie Steiß-, Rumpf-, oder Bauchtanz. Im arabischen Sprachraum existiert dieser Begriff nur als reine Übersetzung (hazz el batn) mit negativem Touch und wird nicht als Begriff für den Orientalischen Tanz verwendet.

Im späten 19. Jahrhundert fand der Bauchtanz Einzug in die amerikanischen und europäischen Unterhaltungsetablissements und kollidierte dort mit den westlichen Moralvorstellungen. Nicht immer ohne Grund wurde er mit Striptease und freizügiger Männerunterhaltung gleichgesetzt, wodurch dem Begriff Bauchtanz bis heute eine negative Note anhaftet.

Seitdem erlebte der Bauchtanz trotz seines anfangs negativen Images regen Zulauf. Zuerst in den USA, dann auch in Europa entdeckten Frauen diesen Tanz für sich, stellten Projekte, Kurse und Tanzschulen auf die Beine und arbeiten bis heute daran, den Ruf dieser Tanzart zu verbessern. Waren dafür vor zwanzig bis dreißig Jahren die Möglichkeiten noch begrenzt, gibt es heute einen regen Austausch zwischen orientalischen und europäischen Tänzerinnen, Dozenten, Designern und Musikern. Die negative Note des Begriffes "Bauchtanz" hat heute etwas an Intensität verloren. Dazu spricht man heute viel lieber vom korrekt aus dem Arabischen übersetzen "Orientalischen Tanz" (raqś šarqī).

Lina ist eine orientalische Tänzerin, die Ende Januar 2010 beim internationalen Contest „Miss Bellydance of Europe 2010" in Berlin den dritten Platz belegte! Mit oder ohne Ensemble bezaubert sie mit orientalischen Flair deutsche Bühnen.

In diesem Jahr findet Linas Orientalische Tanzshow „Hafla" zum 4. Mal statt. „Hafla" ist der arabische Begriff für "Veranstaltung, Konzert, Feier". Auf kaum einer orientalischen Feierlichkeit möchte man die Kunst des Tanzes missen. Mit der Tanzshow "Hafla" möchten die Leipziger Tänzerinnen Lina (http://lina-dance.de/) und Masana (http://www.masanadance.de/) vom Ensemble Nudjum dem Zuschauer die verschiedenen Facetten der Tänze aus dem Orient näher bringen und präsentieren dazu jedes Jahr ein neues, buntes Showprogramm. Neben klassischem Bauchtanz liegt vor allem ein Schwerpunkt auf Tänzen, die von orientalischer Folklore inspiriert sind.

Bereits seit Sommer 2009 arbeitet Lina intensiv am neuen Programm. Internationale Gasttänzer sind diesmal Ali Sherif (Kairo/Münster) und sein Ensemble sowie Omar Jamil (Damaskus/Chemnitz) und die Zweitplatzierte des „Miss Bellydance of Europe"-Contests, Franka Baddura aus Dresden.

Der Leipziger Autor Volly Tanner wird die sympathische und wortgewandte Moderation für Lina und Ihre Tänzer übernehmen. Die musikalische Umrahmung des Abends bildet erstmals das Ensemble Maqsum - eine kleine Gruppe von Musikern des Mendelssohn Kammerorchesters Leipzig, die sich orientalisch-geprägten Stücken verschrieben haben. Kartenvorverkauf und Informationen zum „Hafla"-Workshopwochenende mit Ali Sherif und Omar Jamil sowie Informationen und Eindrücke der „Hafla" vergangener Jahre finden Tanzliebhaber Sie auf: http://www.lina-dance.de/events.php?goto=block1

Die „Hafla 2010" findet am 11. Juni in der Schaubühne Lindenfels (Karl-Heine-Str. 50, 04229 Leipzig; Einlass: 19:30 Uhr und Beginn: 20 Uhr; http://www.schaubuehne.com/ ) statt.

15.03.2010 Bernhard Wiesbeck

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