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19.08.2009 12:40 Uhr
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Der Theaterpirat: Kurs auf die Schatzinsel

Der Theaterpirat Sebastian Hartmann war in den letzten Wochen nicht viel unterwegs, sondern verbringt den Sommer weitgehend im heimischen Hafen. Er sammelt Kraft für neue Abenteuer, denn er verfolgt ehrgeizige Ziele - mit klarem Kurs auf die Schatzinsel.

Seit einer Spielzeit ist der 41-Jährige nun Intendant am traditionsreichen Leipziger Centraltheater und hat die reizende alte Dame mächtig in Schwung gebracht. Eine überaus spannende Saison für ihn wie auch fürs Publikum, das sich in der Zusammensetzung deutlich veränderte. Die Mutigen und Innovativen sind geblieben, dazu sind reichlich Interessierte neu hinzugekommen oder zurückgekehrt.

Das Potenzial ist noch längst nicht ausgeschöpft, und Sebastian Hartmann sprüht vor Tatendrang. Man merkt ihm das deutlich an und darf schon jetzt auf die kommenden Ereignisse gespannt sein. Gemeinsam mit seiner rechten und seiner linken Hand, dem 1. Offizier und Stellvertreter Uwe Altmann sowie Steuermann Uwe Bautz, hat Käptn' Hartmann das Geschehen fest im Griff und die Ziele ebenso fest im Blick.

Die nächste Offensive steht - und wird breit angelegt aus allen Rohren eröffnet: Am 17. September führt das Duo SIGNA den Sturmangriff mit einem zehntägigen Spektakel um Leben und Tod und Vergessen. „Germania Song" heißt das Unternehmen vielsagend.

Das zuletzt so mächtig Fahrt aufgenommene Begleitboot „Skala" startet am 23. September mit dem Klassiker „Mädchen in Uniform" ambitioniert durch. Unter der Regie von Mareike Mikat wird das 1930 in Leipzig uraufgeführte und mehrfach erfolgreich verfilmte Stück um die Liebe einer Schülerin zu ihrer Lehrerin in autoritär-kalter Umgebung sicherlich in besonderer Weise inszeniert. So dass es dem Weltstar Romy Schneider vielleicht besser gefallen würde als die eigene Interpretation aus der Frühzeit ihrer Schauspielkarriere.

Emil Graffman bringt ab dem 3. Oktober Franz Kafkas „Prozess" auf die Bühne des Centraltheaters Leipzig, rund fünf Wochen danach folgt Sebastian Hartmann mit Anton Tschechows „Kirschgarten". Später mimt Sophie Rois unter der Regie von Clemens Schönborn die „Medea", überrascht Hermann Nitsch mit einer neuen Aktion und schließt Rainald Grebe nach seiner bombastisch eingeschlagenen „Klimarevue" nun Blutsbrüderschaft mit Winnetou und Old Shatterhand - im Rahmen der uraufgeführten „Karl-May-Festspiele Leipzig". Das als kleiner Vorgeschmack.

H.G.

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Centraltheater Leipzig: Original statt Billigkopie Kritiker sind nicht grundsätzlich böse, zuweilen wirken sie jedoch träge und oberflächlich. Vorsicht ist deshalb geboten und ebenso ein beherzter Wille, sich eine eigene Meinung zu bilden. Das unterstreicht das Beispiel Sebastian Hartmann: Der junge Intendant des Leipziger Centraltheaters wird von der Kritik seit jeher als Billigkopie großer Vorbilder abgestempelt. Wer aber mal näher hinschaut und sorgfältig tiefer blickt, wird bald erkennen: Ganz klar ein Original. [mehr]

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