| << Zurück | 08.11.2011 10:55 Uhr |
Die Bremer Kunsthalle zeigt in einer großartigen Ausstellung die manchmal rätselhaften Arbeiten des Maler Edvard Munch. Im Jahr 2005 bat das Osloer Munch Museum die Kollegen in Bremen, das Werk "Das Kind und der Tod" genauer zu untersuchen, da noch Angaben für das Werkverzeichnis fehlten. Was sich dann bei der Untersuchung des Werkes herausstellte war sensationell. Unter der Leinwand befand sich eine zweite Leinwand mit einem weiteren unsignierten und nicht datierten Bild. Im Stil und der Machart konnte das Bild aber eindeutig als Arbeit Munchs erkannt werden.
Die Arbeiten "Mädchen und drei Männerköpfe" und "Das Kind und der Tod" bilden den Kern der Munch Ausstellung in der Bremer Kunsthalle. Die Kuratorin Dorothee Hansen stellte Bilder des Malers unter dem Titel: "Edvard Munch - Rätsel hinter der Leinwand" zusammen.
In der Ausstellung sind 40 Arbeiten auf Papier und 36 Gemälde zu sehen. Munchs "Lebensfries" steht im Zentrum der Ausstellung. Dabei handelt es sich um Arbeiten die im Laufe von 30 Jahren entstanden. Auf den Werken sind Situationen aus Munchs eigener Biografie zu sehen.
Die Themen Pubertät, Begierde, Masken, Liebe, Tod, Trauer, Angst und die Kindheit gliedern den Rundgang durch diese nicht einfache aber sehr beeindruckende Ausstellung. Eine Schau in der auch eine Lithografie von dem Werk "Der Schrei" einen Platz gefunden hat.
Der Künstler, der diese beeindruckenden und berührenden Werke erschaffen hat, hatte es in seinem Leben nicht wirklich leicht. Er litt unter Schüben manischer Depression, die ihn zum einen in die Verzweiflung und den Alkohol trieben, zum anderen auch seine ungeheuerliche Schaffenskraft entfachten.
Schon früh in seinem Leben wurde Munch mit dem Tod konfrontiert. Seine Mutter starb als er fünf war, seine Schwester als er 14 Jahre alt war. Beide starben an Tuberkulose. Diese Erfahrungen sind in Munchs, großenteils in erdfarbenen Tönen gehaltenen, Bildern immer wieder zu erkennen. Es findet sich ein Misch aus vorsichtiger Erotik, Krankheit, Morbidität und Tod. Ünd manchmal treffen sich die Themen auf einem Werk.
Die Werke Munchs, eine der bis heute einflussreichsten Maler der frühen europäischen Moderne, sind noch bis zum 26. Februär 2012 zu sehen.
Kunsthalle Bremen: "Edvard Munch - Rätsel hinter der Leinwand".
Bis 26. Februar 2012. Di 10-21 Ühr. Mi-So 10-18 Ühr.
Internet: http://www.munch-bremen.de
Axel Flitsch
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