Kultur-Szene

Karrieremagazin des Kultur-Netzwerkes

Der Künstler von morgen

Der Begriff "Kultur" hat sich zur "Kreativwirtschaft" weiterentwickelt. Aus einem Bildungs- wird ein Unterhaltungs-Auftrag. Ein Blick hinter die Kulissen des Kunstmarktes enttarnt realitätsfremde Pseudokünstler und trennt wahre Meister von egozentrischen Marketingprofis. Dabei fliegt eine Gilde von Künstlern auf, die ein schlechtes Licht auf den Kunstmarkt werfen und deren Mentalität in der „Branche“ nichts verloren hat. Die Suche nach dem Künstler von morgen ist eine schmerzvoll Reise: unbequem, ehrlich und entmystifizierend.

Messen - Kunsthölle oder Investitionshimmel

Kunst-Messen sind Orte, an denen die gezeigte Kunst im oberen Preissegment angesiedelt ist. Der Grund dafür ist nicht, dass es sich dabei um größere Kunst handelt als auf anderen Kunstveranstaltungen, sondern dass der Weg dahin so teuer ist. Und wie das nun mal so üblich ist, zahlt der Käufer im Endeffekt die Zeche.

Eine Preiskalkulation der Superlative.

Als erstes gibt es mal eine Statistik:

Der Wahnsinn am Kunstmarkt

Es wird so oft über die Preise für ein Kunstwerk gelästert, dass es Künstler schon gar nicht mehr hören können, wenn einer wieder damit anfängt. Soll das Werk jetzt 500 Euro oder 5.000 Euro kosten? Könnte der Künstler das nicht stiften oder kostenlos ausstellen? Eine Ausstellung bringt ja immer Publicity? Während sich tausende Künstler am Existenzminimum bewegen, werden für bekannte Werke bekannter Künstler Millionenbeträge ausgegeben. Wer leidet unter dem Wahnsinn?

Kunst und Kommerz

Das Ergebnis kreativer Arbeit nach Schemen oder Kategorien zu bewerten ist schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. In die Bewertung fließen die Einstellung, die Empfindungen und das Leben des Kreativen ein. Als Kindern wird uns in der Schule leider als erstes die Kreativität ausgetrieben, weil sie in der Gruppe stört. Wer sich dennoch wehrt und weigert, seine Kreativität zu unterdrücken, spürt den Zorn seines Umfeldes. Der Kampf endet in die eine oder die andere Richtung. Hier beginnt der Kommerz der Kunst.

Kunst hat seinen Preis

Da hängt ein Bild an der Wand in einem normalen Haushalt mit einem durchschnittlichen monatlichen Einkommen. Das Bild ist ein Unikat und handgefertigt von einem Künstler, der damit seinen Lebensunterhalt verdient. Ist das jetzt Kunst oder Dekoration? Entscheidet der Preis über die Qualität der Arbeit? Wie kommt er zustande?

Kunst kostet Zeit

In jedem Baumarkt gibt es Kunst von alten Meistern zwischen 30 und 100 Euro zu kaufen. Schön gerahmt und mit Haken. Okay, es handelt sich dabei um Drucke, dennoch sehen sie den Originalen täuschend ähnlich. Außerdem passen sie farblich zum Wohnzimmerschrank. Irgendwas muss ja an die Wand. Rein in den Einkaufswagen, noch ein paar Gläser und Teller dazu. Was soll's?

Kunsthandel – Der lautlose Killer

Die eigene Kunst ist persönlich, verletzlich und nach Ansicht des Künstlers unbezahlbar. Selbst die Anerkennung durch einen überhöhten Preis lassen die Kreativen an einer angemessenen Würdigung ihrer Werke zweifeln. Oft werden dann Benimm- und Anstandsregeln aufgegeben, da man durch einen „Nebenjob" ohnehin nicht von Kunstverkäufen abhängig ist. Salopp bläst man den Null-Ahnern in der Branche den Marsch, lässt gedankenlos Ausstellungen und Verträge platzen.

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